WIE FINDET MAN EINEN GLAUBWÜRDIG EN PARTN ER IN POLEN? UNTERNEHMENSKAUF IN POLEN. GESELLSCHAFTSGRÜNDUNG IN POLEN

Redaktion Entsendung: Frau Dr. Bzdok, wie findet man einen glaubwürdigen Partner in Polen, der zuverlässig Personal nach Deutschland entsendet.
Dr. Joanna Bzdok, Leitern des Instituts für grenzüberschreitende Beschäftigung (www.izt.org.pl; jbzdok@izt.org.pl): Zunächst einige Statistiken aus den Recherchen des Instituts: Mit der Entsendung beschäftigen sich z.Z. ca. 1800 Unternehmen unterschiedlicher Größe mit Sitz in Polen. Etwa 1200 davon nehmen die Informations- und Beratungsleistungen der Polnischen Arbeitgeberkammer (www.ipp.org.pl) in Anspruch. Von diesen ca. 1800 Entsendeunternehmen arbeiten ca. 20% in der völlig illegalen Zone (illegale Beschäftigung, illegale Arbeitnehmerüberlassung, Scheinselbständigkeit). Weitere ca. 40% der Gesamtsumme entsenden ohne E101/A1 und/oder ohne Einhaltung der Vorschriften des Steuerrechts. Von den restlichen 40% wenden ca. 80% bewusst oder unbewusst einzelne Vorschriften des Arbeitsrechts, der Sozialversicherungsrechts und des Steuerrechts falsch an. 
Wie soll ein deutsches Unternehmen einen richtigen Partner finden?
„Finden“ ist nicht das Problem. Den Partner findet man einfach. Beliebig wie. Auf der Messe, über das Internet, über eine Empfehlung oder über persönlichen Kontakt. Den richtigen Partner muss man allerdings regelmäßig auf die Richtigkeit der Anwendung der Entsendevorschriften prüfen.
Wie kann solch eine Prüfung aussehen?
Bitte überlassen Sie das den Fachleuten. Das Institut für die Grenzüberschreitende Beschäftigung (www.izt.org.pl) hat eine umfangreiche Checkliste (ca. 650 Fragestellungen auf über 60 Seiten) zusammengestellt, die unseren Prüfern erlaubt, glaubwürdige polnische Unternehmen auf die Entsendefähigkeit und auf die Glaubwürdigkeit zu prüfen.
Wie lange dauert solch eine Prüfung?
Zwei bis drei Tage arbeiten unsere Prüfer an einem Sachverhalt. 
Gibt es Alternativen zu der Prüfung durch Ihr Institut?
Sie können eine im Entsendegeschäft erfahrene Beratungsgesellschaft in Anspruch nehmen. Sie  können auch einen Partner wählen, der CBE 701-2010/2011 - zertifiziert ist. 
Ist die Behauptung richtig, dass sehr große, namhafte Zeitarbeitsunternehmen und sonstige sehr große und namhafte Dienstleistungsunternehmen generell richtig die Entsendevorschriften anwenden?
Nein! Absolut nicht. 
Was ist beim Unternehmenskauf in Polen besonders zu beachten?
Drei Dinge. Erstens: Haftungsrisiken. Zweitens: Haftungsrisiken. Drittens: Haftungsrisiken. In vielen Fällen liegen Leichen im Keller. Diese muss man vor und nicht nach dem Unternehmenskauf finden und dann auf potentielle Risiken prüfen, einschätzen. Ohne in der Entsendung erfahrenen Berater werden Sie nicht weiterkommen.
Warum ist der Unternehmenskauf attraktiv?
Die Entsendefähigkeit baut man mehrere Jahre auf. Es sind Zeiten vorbei, in denen in Polen ein Unternehmen gegründet wurde und dieses kurz danach polnische Arbeitnehmer nach Deutschland entsandt hat. Diese Zeiten werden auch nie wieder kommen. Für deutsche Dienstleister bleibt eine Alternative: solider Partner in Polen oder Unternehmenskauf in Polen. Oder vielleicht am besten: Beteiligung.
Und wenn man doch in Polen etabliert sein möchte? Etwa nur als Rekrutierungsbüro?
Bitte schön. Sie haben die ganze Palette der Rechtsformen: von einer GmbH polnischen Rechts oder einer polnischen Zweigniederlassung Ihres deutschen Unternehmens über eine KG, OHG, GmbH&Co. KG, KGaA, bis hin zu der AG. Gründungszeit ca. 2-4 Wochen. Gründungskosten je nach Unternehmensform ca. 400 bis 2000 EUR. 
Was macht das von Ihnen geleitete Institut außer Überprüfungen polnischer Unternehmen?
Das Institut beschäftigt sich grundsätzlich mit wissenschaftlichen Recherchen in der polnischen, internationalen und europäischen Gesetzgebung betreffend die grenzüberschreitende Entsendung. Das Institut liefert für polnische Gerichte und für Prozessbevollmächtigte fachliche Gutachten in den von diesen Gerichten anhängigen Verfahren.
Seit Mai 2010 hat das Institut die Zulassung, die cross-border certification CBE 701-2010/2011 durchzuführen.
Für ausländische Unternehmen suchen wir polnische Partner. Wir überprüfen auch diese und führen zusammen mit unseren Partnern (Kanzleien, Berater) das gesamte Übernahmeprojekt durch.
Wir liefern auch die gesamte Entsendedokumentation (das gesamte Vertragswerk, Entsendevereinbarungen und dergleichen mehr.). 
Frau Dr. Bzdok, ich danke Ihnen für das Gespräch.
 
Zusammengestellt durch:

Brighton&Wood – Nischenkanzlei für Entsenderecht


Brighton&Wood (www.BrightonWood.com) ist professionelle und interdisziplinäre Beratungsgesellschaft. Wir erbringen komplexe Dienstleistungen für das grenzüberschreitende Entsendegeschäft im Bereich Recht, Steuern, Business Consulting und Buchhaltung.

Unsere Prozessanwälte haben in 2011 über 3000 Rechtsstreitigkeiten im Bereich cross border employment geführt.

Durch über 200 Buch und sonstige Publikationen beeinflussen wir die Rechtsprechung und die behördliche Praxis in Polen.

Für unsere Mandanten bieten wir die Beratungsdienstleistungen in: Deutsch, Englisch, Französisch, Niederländisch und Polnisch.

Herr Tomasz Major (www.tomaszmajor.com, tmajor@brightonwood.com) ist geschäftsführender Partner der Kanzlei Brighton&Wood. Er ist persönlich für eine elitäre Gruppe unserer ständigen Mandanten tätig.

Alle fachlichen Mitarbeiter der Kanzlei Brighton&Wood werden sorgfältig ausgewählt. Es sind nie Berufseinsteiger. Die meisten von Ihnen haben entweder langjährige behördliche Erfahrung oder Erfahrung in anderen international tätigen Kanzleien und Beratungsunternehmen.

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