WESENTLICHE BESTIMMUNGEN DES POLNISCHEN ARBEITSRECHTS AUS SICHT AUSLÄNDISCHER UNTERNEHMEN

Anstellungsvertrag

Ein Arbeitsvertrag wird auf unbestimmte Zeit (unbefristet), auf bestimmte Zeit (befristet) oder für die Zeit der  Ausführung einer bestimmten Arbeit geschlossen. Fehlt der Arbeitnehmer entschuldigt und ist deshalb seine Vertretung erforderlich, kann der Arbeitgeber zu diesem Zwecke einen anderen Arbeitnehmer über einen auf die Vertretungszeit befristeten Vertrag beschäftigen. 

Jedem der gerade genannten Verträge kann ein Arbeitsvertrag für eine Probezeit, die 3 Monate nicht überschreiten darf, vorangehen.

Der Abschluss eines weiteren befristeten Arbeitsvertrages wird in seinen Rechtsfolgen dem Abschluss eines Arbeitsvertrages auf unbestimmte Zeit gleichgesetzt, wenn die Parteien zuvor zwei aufeinander folgende befristete Arbeitsverträge  abgeschlossen haben und zwischen der Auflösung des vorherigen Vertrages und dem Abschluss des nachfolgenden Vertrages nicht mehr als ein Monat vergangen ist.

Vertragskündigung und -auflösung

Jede Partei kann durch Kündigung einen Arbeitsvertrag auflösen, der:

1) für eine Probezeit geschlossen wurde,

2) unbefristet ist.

Bei dem Abschluss eines befristeten Arbeitsvertrages, die mehr als 6 Monate beträgt, können die Parteien die Zulässigkeit einer früheren Auflösung dieses Vertrages unter Einhaltung einer Kündigungsfrist von zwei Wochen vorsehen.

Die Kündigungsfrist eines für eine Probezeit geschlossenen  Arbeitsvertrages beträgt:

1) 3 Werktage, wenn die Probezeit 2 Wochen nicht überschreitet,

2) 1 Woche, wenn die Probezeit mehr als 2 Wochen beträgt,

3) 2 Wochen, den die Probezeit 3 Monate beträgt.

Die Kündigungsfrist eines befristeten Arbeitsvertrages ist von der Dauer der Beschäftigung bei dem betreffenden Arbeitgeber abhängig und beträgt:

1) 2 Wochen, wenn der Arbeitnehmer kürzer als 6 Monate beschäftig war,

2) 1 Monat, wenn der Arbeitnehmer mindestens 6 Monate beschäftig war,

3) 3 Monate, wenn der Arbeitnehmer mindestens 3 Jahre beschäftig war.

Der Arbeitgeber kann den Arbeitsvertrag wegen Verschuldens auflösen im Falle:

1) einer schweren Verletzung von grundlegenden Arbeitspflichten durch den Arbeitnehmer,

2) der Begehung durch den Arbeitnehmer während der Dauer des Arbeitsvertrages einer Straftat, die eine weitere Beschäftigung in der von ihm eingenommenen Stellung unmöglich macht, sofern die Straftat offensichtlich oder durch ein rechtskräftiges Urteil festgestellt worden ist, 

3) eines durch den Arbeitnehmer verschuldeten Verlustes der zur Ausübung der Arbeit in der von ihm eingenommenen Stellung notwendigen Berechtigungen.

Im Falle der betriebsbedingten Kündigung des Arbeitsvertrages steht dem Arbeitnehmer eine Abfindung zu

1) in Höhe der einmonatigen Vergütung – bei Beschäftigungsdauer von bis zu 2 Jahren,

2) in Höhe der zweimonatigen Vergütung – bei Beschäftigungsdauer von bis zu 8 Jahren,

3) in Höhe der einmonatigen Vergütung – bei Beschäftigungsdauer von über 8 Jahren.

Arbeitszeit

Die Arbeitszeit darf 8 Stunden pro Tag und in Durchschnitt 40 Stunden pro Woche in einer durchschnittlich fünftägigen Arbeitswoche innerhalb des angenommenen, vier Monate nicht überschreitenden Abrechnungszeitraums, nicht überschreiten. Ausnahmen hiervon sind gesetzlich vorgesehen.

Die für den Arbeitnehmer geltende Arbeitszeit im angenommenen Abrechnungszeitraum berechnet sich wie folgt:

Man multipliziert 40 Stunden mit der Anzahl der Wochen, die in den Abrechnungszeitraum fallen. Anschließend addiert man zu der erhaltenen Stundenzahl 

1) das Produkt von 8 Stunden und der Anzahl der übrigen Tage, die von Montag bis Freitag anfallen, bis zum Ende des Abrechnungszeitraums addiert wird.

Jeder Feiertag, der in Abrechnungszeitraum fällt und auf einen anderen Tag als Sonntag fällt, vermindert die Arbeitszeit um 8 Stunden.

Die Arbeitszeit des Arbeitnehmers in dem festgesetzten Abrechnungszeitraum wird in diesem Zeitraum um die Zahl der entschuldigten Stunden der Abwesenheit in der Arbeit gemindert, die in der Zeit der Abwesenheit gemäß dem angenommenen Arbeitszeitplan abzuarbeiten waren.

Die wöchentliche Arbeitszeit einschließlich der Überstunden darf in dem angenommenen Abrechnungszeitraum durchschnittlich 48 Stunden nicht überschreiten.

Zuschlag für die Mehrarbeit

Für Überstunden steht dem Arbeitnehmer neben dem normalen Entgelt ein Zuschlag zu in Höhe von:

1) 100% des Entgelts – für die Überstunden

a) in der Nacht,

b) an Sonn – und Feiertagen, die für den Arbeitnehmer keine Arbeitstage gemäß dem für ihn geltenden Arbeitszeitverteilungsplan sind,

c) an einem arbeitsfreien Tag, der dem Arbeitnehmer als Ausgleich für die Arbeit an einem Sonn- oder Feiertag gemäß dem für ihn geltenden Arbeitszeitverteilungsplan gewährt wurde,

2) 50% der Vergütung - für die Überstunden: an jedem anderen Tag als den in Nummer 1 bezeichneten Tagen.

Der Zuschlag i.H.v. 100% steht dem Arbeitnehmer auch  für jede Überstunde wegen der Überschreitung der durchschnittlichen  wöchentlichen Arbeitszeit in dem angenommenen Abrechnungszeitraum zu. 

Entschädigung für Überstunden in Form 

von arbeitsfreier Zeit

Als Ausgleich  für die Zeit, die in Überstunden gearbeitet wurde, kann der Arbeitgeber auf schriftlichen Antrag des Arbeitnehmers diesem im gleichen Ausmaß arbeitsfreie Zeit erteilen.

Die Erteilung der arbeitsfreien Zeit als Ausgleich für die Zeit, die in Überstunden gearbeitet wurde, kann auch ohne Antrag des Arbeitnehmers erfolgen. In diesem Fall erteilt der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer die arbeitsfreie Zeit spätestens bis zum Ende des Abrechnungszeitraum in einem Ausmaß, das um die Hälfte höher ist, als die Anzahl der gearbeiteten  Überstunden, was jedoch nicht die Herabsenkung des dem Arbeitnehmer zustehenden Entgelts für das volle Ausmaß der Arbeitszeit verursachen darf. 

In diesen Fällen steht dem Arbeitnehmer kein Zuschlag für die Überstundenarbeit zu.

Entschädigung für Überstundenarbeit 

am arbeitsfreien Tag

Dem Arbeitnehmer, der die Arbeit an einem Tag ausgeübt hat, der gemäß dem Arbeitszeitverteilungsplan in einem fünftägigen Arbeitswoche ein arbeitsfreier Tag gewesen wäre, steht als Ausgleich ein anderer arbeitsfreier Tag zu, der dem Arbeitnehmer in dem mit ihm abgestimmten Termin bis zum Ende des Abrechnungszeitraums erteilt wird

Urlaub

Der Urlaub beträgt:

1) 20 Tage – wenn der Arbeitnehmer kürzer als 10 Jahre beschäftigt ist,

2) 26 Tage – wenn der Arbeitnehmer mindestens 10 Jahre beschäftigt ist.

Unbezahlter Urlaub

Auf einen schriftlichen Antrag des Arbeitnehmers kann der Arbeitgeber ihm einen unbezahlten Urlaub gewähren.

Zusammengestellt durch:

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